Bin ich denn verrückt?

Ausgebrannt?

Wer viel und gerne leistet, hochmotiviert bei der Sache ist und am liebsten alles 100-prozentig macht, will es meist nicht wahrhaben, wenn sich die ersten Anzeichen zeigen: müder als sonst, unkonzentriert, lustlos und enttäuscht von sich selbst. Obwohl die Arbeit immer Spaß gemacht hat, scheint sie jetzt unüberwindbare Hürden mit sich zu bringen. Wir werden zynisch und innerlich distanziert, alles nervt und zehrt an den Kräften. Die früher geschätzte Tätigkeit führt jetzt nur noch zu Stress, der nach der Arbeit nicht mehr abgebaut werden kann.

Burnout entsteht in 12 Phasen

Eine Spirale aus Überlastung, schlechtem Schlaf und mangelnder Erholung führt dazu, dass sich die Symptome immer mehr verstärken. Die einst hohe Motivation führt zu  Überstunden, zu Mehrarbeit und auch, wenn sich das richtig anfühlt, werden dadurch eigene Bedürfnisse in den Hintergrund gedrängt. Die Verdrängung eigener Bedürfnisse führt dazu, dass ich Werte verschieben. Was vorher wichtig war, scheint nun warten zu können. Lange werden die Probleme die dadurch auftreten, geleugnet. Um die Kraft für den beruflichen Einsatz zu haben, werden Hobbys und menschlicher Kontakt in der Freizeit mehr und mehr eingeschränkt. Manchmal kommt noch der Einsatz von leistungssteigender Produkte zum Einsatz, was zusätzlich finanzielle Probleme mit sich bringen kann. Wenn sich das Verhalten weiter ändert, dass es den Mitmenschen auffällt, wird auch die Arbeit immer schwieriger. Auf dem Höhepunkt des Burnouts geht das Gefühl für die eigene Persönlichkeit verloren. Es entsteht ein Gefühl von innerer Leere und Depressivität, die in völliger Burnout-Erschöpfung münden kann. 

Keine anerkannte Krankheit

Obwohl sehr viele Menschen an einem Burnout leiden (bis zu einem Drittel der Bevölkerung beklagt ähnliche Symptome) oder kurz davor sind, gibt es keine anerkannte Klassifikation für dieses Syndrom. Dennoch führt es bei vielen Betroffenen in die Verzweiflung und braucht unbedingt Behandlung.
Seit diesem Jahr (2022) wird der Burnout offiziell als „Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann“ definiert.

Depressiv?

Depressionen sind klar definierte Erkrankungen, die von leichten über mittelgradige bis zu schweren Verläufen führen können. Das depressive Gefühl ist wie ein schwarzes Tuch, das sich über das Leben senkt und unsere Lebensfreude "schluckt". Das Schlafen wird zunehmend schwieriger, häufiges Aufwachen z.B. zwischen vier und fünf Uhr morgens, führt zu Müdigkeit am Tag und das Aufstehen fällt schwerer. 
Dazu kommt häufig das "Hamsterrad" der Gedanken, das zum unablässigen Grübeln zwingt.  

Vielfältige Ursachen

Depressionen haben unter anderem eine genetische und eine chemische Ursache, das bedeutet, die Gehirnchemie verändert sich langsam und verstärkt, anfangs leichte, depressive Verstimmungen. Diese können durch Krisen im Leben, durch dauerhaften Stress und schlimme Erlebnisse gestartet werden. 
Zum Glück kann die Gehirnchemie durch Medikamente oft positiv beeinflusst werden, was bei mittelgradigen und schweren Depressionen oft eine große Hilfe ist. Zugleich können destruktive Denkmuster und Verhaltensweisen verändert werden, um dem Positiven im Leben Zutritt zu gewähren. Daher besteht die bewährteste Behandlung aus einem Duo  pharmakologischer und therapeutischer Hilfe. 

Voller Angst?

Angst ist ein nützliches Gefühl, wenn es uns vor Gefahren warnt. Es kann lebensrettend sein. 
Leider leben viele Menschen in Angst, ohne dass eine reale Bedrohung zu finden ist. Sie haben vielleicht Angst davor, gesehen zu werden, etwas falsch zu machen, die Prüfung nicht zu bestehen oder sich vor anderen Menschen lächerlich zu machen. 
Auch spezifische Phobien, wie die Angst vor Spinnen, dem Fliegen oder Höhen gehören zur Palette der Angststörungen. 

Viele Menschen leiden unter Ängsten

Etwa 14% aller Erwachsener in Deutschland leiden unter Ängsten, Frauen häufiger als Männer. 
Die Panikstörung kann Menschen ganz unvermittelt in ganz neutralen Situationen treffen, z.B. beim Autofahren. Sie fühlt sich häufig an wie eine Herzattacke und sogt wiederum für große Angst. 
Gegen Ängste gibt es wirksame Medikamente die von spezialisierten Ärzten verordnet werden können. 
Auch Methoden wie EMDR, MFT oder die Verhaltenstherapie werden gegen Ängste und Phobien eingesetzt. So werden Hintergründe aufgedeckt und Verhaltensweisen verändert, die zu Angst und vermeidendem Verhalten geführt haben. 

Schmerzt Sie das Leben?

Etwa ein Drittel der Patienten und Patientinnen in allgemeinmedizinischen Praxen gehen ohne Befund nach Hause. Sie klagen über Schwindel, Schmerzen oder Herzdruckgefühle, die keine körperlichen Ursachen haben. 
Viele dieser Menschen fühlen sich hilflos und allein gelassen, weil es keine medizinische Hilfe gibt. Oft wird ihnen unterstellt, sie würden sich die Symptome "einbilden" oder "vortäuschen" und glauben vielleicht, sie seien "verrückt". Doch körperliche Symptome sind keine Einbildung. Sie sind ein Weg des inneren Leidens, sich auszudrücken.

Sie sind nicht "verrückt"!

So wie unser Unterbewusstsein uns mit Hilfe von Bildern, im Träumen darüber informiert, was in uns vorgeht, so kann es uns auch mit Hilfe von körperlichen Beschwerden auf etwas hinweisen. Depressionen zum Beispiel treten nicht nur als typische Antriebslosigkeit mit Schlafstörungen auf. Sie können sich auch über Brust-, Bauch- und Rückenschmerzen, Schwindel und Atemnot zeigen. In diesen Fällen werden sie als "lavierte Depression" bezeichnet. 
Wenn Stress entsteht, weil wir unterdrückte Probleme mit uns tragen, wirkt er sich auf unser Nervensystem, unsere Atmung und die Organe aus. Gefühle von  Überlastung, Angst, Minderwertigkeit oder Einsamkeit können sich direkt auf bestimmte Organe auswirken. 

Die Beziehung von Gefühl und Körper

Die Mentalfeldtherapie arbeitet unter anderem mit den Beziehungen zwischen Gefühlen und Organen. 
Um somatischen Beschwerden zu beheben, ist es also wichtig, die "Sprache der Psyche" verstehen zu lernen. Mit kleinen Schritten zur Bewusstwerdung, mit Hilfe von Entspannungstraining und einem wohlwollenden Blick auf uns und unser Leben, kann dauerhafte Veränderung gelingen.